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INVERSION (2014)
Site-specific spatial sound installation

A copperplate print from 1610 showing the Anatomical Theater in Leiden, the Netherlands serves as an inspiration for the large-scale sound installation Inversion. The work serves the purpose of a change of perspective, inverting the hierarchic relationship of humans and animals.

The seating galleries of the depicted Anatomical Theater are crowded by animal skeletons, looking downwards on to a human corpse being dissected in the center of the stage. By placing loudspeakers in the galleries to represent distinct animals, the installation Inversion translates this illustration into a spatial acoustic experience and animates the archival recordings of the animal voices.

The multiple sonic layers conjoin in the middle of the room where animal corpses were dissected for the first time more than 200 years ago – and where a blank space today serves as a reminiscence of the anatomical lifting table. Specially interpreted for this installation by the Counter Tenor Johannes Reichert, the baroque composition „Close Thine Eyes and Sleep Secure“ (1688) by Henry Purcell is audible in the center of the space.

Inversion
was realized with the support from the Electronic Studio of TU Berlin (Department of Audio Communication) the Animal Voice Archive at Museum of Natural History Berlin and Studio Potsdam. Graphic Design by stereokompost.

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Inversion (2014), Installation view, Tieranatomisches Theater Berlin



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„Der Berliner Künstler Moritz Fehr hat für den historischen Hörsaal des Tieranatomischen Theaters ein raumgreifendes Kunstwerk geschaffen, das ab dem 8. Februar 2014 präsentiert wird. Die Arbeit „Inversion“ ist eine Soundinstallation, die über ein Ensemble aus Lautsprechern als dreidimensionale Klangerfahrung hörbar wird. Sie bietet dem Besucher sowohl die räumliche Erfahrung von Klang und die Möglichkeit, dabei bewusst einzelnen Tierstimmen Gehör zu schenken, als auch eine einzigartige Art der Begegnung mit den historischen Räumen des Tieranatomischen Theaters. (...) Das Zusammenspiel der Klänge ndet im Zentrum des Raumes statt, dort wo vor 200 Jahren Tiere seziert wurden und heute eine Leerstelle an den berühmten anatomischen Hubtisch erinnert. Das Stück greift das Motiv der Vergänglichkeit auf. „Es geht mir um eine Umkehrung des hierarchischen Verhältnisses von Mensch und Tier. Zu diesem Zweck möchte ich den Tieren an diesem speziellen Ort eine Stimme verleihen.“, begründet Fehr.

Dabei spielt die Zusammenarbeit mit den akademischen Sammlungen des Museums für Naturkunde eine bedeutende Rolle. Die Aufnahmen dort werden sonst von Wissenschaftlern für die Biodiversitätsforschung genutzt. Durch die Verwendung der Tierstimmen im künstlerischen Kontext wird deutlich, dass Sammlungsobjekte zugleich einen wissenschaftlichen und einen ästhetischen Informationsgehalt transportieren. Der archivarische Ansatz in der Arbeit Moritz Fehrs zeigt künstlerische Parallelen zu den sogenannten „Sound Studies“ und dem Bereich der Klangökologie auf, die sich mit der Erforschung und Interpretation der Geräuschumwelt beschäftigen.

Felix Sattler, Kurator des Tieranatomischen Theaters, erläutert: „Nur durch eine Vielfalt der Inszenierungsformen kann eine Vielfalt des Wissens entsprechend diskutiert und vermittelt werden. Wir möchten spannende Zugänge zur Wissenschaftsgeschichte anbieten. Die historische Architektur ist nie Kulisse, sondern hat stets die Vorstellung widergespiegelt und auch geprägt, die Wissenschaft von sich selbst macht und wie wir sie noch heute begreifen“.
Hans-Christoph Keller, Humboldt-Universität zu Berlin, 2014



Inversion (2014),
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